Communities sind eine tolle Sache, wenn man gewisse Regeln beachtet. Netlog,
Myspace und andere Soziale Netzwerke oder Communities sind eine tolle
Sache. Du kannst dich auf verschiedenste Arten darstellen und mit
Freunden und Freundinnen plaudern und auch neue Freunde kennenlernen. Es
gibt aber auch Menschen in diesen Communities, die den Kontakt zu
Kindern und Jugendlichen suchen, um sie sexuell zu missbrauchen. Man
weiss im Internet nie genau, mit wem man es tatsächlich zu tun hat, also
Vorsicht! Wir geben dir im Folgenden einige Tipps, wie du dich vor
solchen Menschen schützen kannst, damit deine Zeit im Internet wirklich
nur Spass macht!
- Schütze deine Privatsphäre. Schütze
deine Privatsphäre so weit wie möglich. Setze die Sicherheitsfunktionen
auf die höchste Stufe. Deine Angaben sowie dein Status sollen nur für
Leute, die du im Adressbuch hast, sichtbar sein. Unter den Menüpunkten «Einstellungen» oder «Extras» kannst du diese Einstellungen vornehmen.
Schaue auch unter «Weiterführende Informationen» am Schluss dieses
Textes, dort findest du weitere Tipps zur Einstellung der Privatsphäre
bei verschiedenen Anbietern. Wenn du bei deiner Community unsicher
bist, wende dich an den Betreiber und frage nach, wie man die
Privatsphäre einstellen kann. Das öffentliche Profil soll so
anonym wie möglich sein. Gib nie deinen vollen Namen, die genauen
Angaben zu Alter, Wohnort, Schule, Vereinen usw. an. Die
Passwörter zu MSN, Chatrooms, Partyguide, Netlog usw. sind immer geheim
und dürfen auch nicht der besten Freundin/ dem besten Freund verraten
werden. Denn Freundschaften können zerbrechen und ehemalige Freunde
können unter deiner Internet-Identität auch Dritte belästigen. Hier findest du Videos, welche dir helfen, die Sicherheit via Einstellungen zu verbessern.
- Vorsicht bei Kontaktaufnahmen von Unbekannten. Kommuniziere
nur mit Leuten, die du kennst und magst. Unterdrücke unerwünscht
zugesandte Nachrichten. Lasse keine unaufgeforderten Kontakte zu
beziehungsweise lehne Kontaktanfragen unbekannter Teilnehmer ab. Schaue
unter den «Einstellungen» bei deinem Anbieter nach und schalte
Dateien-Übermittlung sowie Cam- und Voice-Übertragung aus
beziehungsweise lehne sie bei Unbekannten ab. Wenn du eine Webcam hast,
wähle die Einstellung so, dass sie für andere nicht sichtbar ist. Schalte
die Funktion «Uhrzeiten anzeigen, zu denen Nachrichten gesendet werden»
und «Automatisch den Verlauf meiner Unterhaltungen (Logfiles)
archivieren» ein, wenn du diese Einstellungen bei deinem Anbieter
vornehmen kannst. Wenn nicht, wähle einen Angebot, das solche
Einstellungen zulässt. So ist bei Belästigungen gleich alles
dokumentiert. Setze unangenehme Chatpartner auf die Liste blockierter
Kontakte.
- Zeige dein Profil einer erwachsenen Vertrauensperson. Fotos
im Internet (z. B. in einem Profil) können von vielen gesehen,
gespeichert und verwendet werden. Bevorzuge Fotos mit lustigen
Ausschnitten oder mit witzigen Gegenständen. Vermeide Fotos, auf denen
du gut erkennbar bist. Schaue am besten dein Profil mit einer
erwachsenen Vertrauensperson an. Sie kann dir ein Feedback geben, wie
es wirkt.
- Treffen mit Internetbekanntschaften? Wenn
eine Internetbekanntschaft sich mit dir treffen will, ist das immer
riskant. Du weisst nie genau, mit wem du über Internet Kontakt hast. Es
ist deshalb sehr wichtig, dass du dich gut vorbereitest auf ein solches
Treffen. Wir geben dir am Ende dieser Seite einige Ratschläge, die du
unbedingt beherzigen solltest!
Informiere
sicher erstmal eine erwachsene Vertrauensperson und erzähle ihr, was
passiert ist. Es gibt Formen von Belästigungen, wie zum Beispiel das
Verschicken von Pornobildern oder –filmen, die eindeutig strafbar sind
und angezeigt werden müssen. Sammle so viele Informationen wie möglich
zum Täter (Bilder, Texte, genaue Uhrzeit der Mitteilungen usw.), dann
ist es für die Polizei einfacher, ihn ausfindig zu machen. Wie oben
schon beschrieben, solltest Du aber nicht in Kontakt bleiben und
reagieren. Bei Belästigungen solltest Du jeden Kontakt sofort
abbrechen. Zusammen mit der erwachsenen Vertrauensperson könnt ihr
dann entscheiden, ob ihr Anzeige machen solltet. Ihr könnt euch auch an
eine Opferhilfeorganisation wenden, die euch sagen kann, wie man weiter
vorgehen sollte.
Wenn Du mit einer Internetbekanntschaft im
realen Leben Kontakt hattest und dabei eine sehr unangenehme
Erfahrungen hast machen müssen, z.B. weil er Dich sexuell belästigen
wollte oder es sogar getan hat, zögere nicht und wende Dich sofort an
eine Opferhilfeorganisation! Gemeinsam könnt ihr dann schauen, welche
weiteren Schritte unternommen werden müssen.
Viele
junge Menschen getrauen sich nach einem Übergriff nicht, sich an einen
Erwachsenen zu wenden, erzählen aber der besten Freundin oder dem
besten Freund davon. Wenn Du diese Freundin oder dieser Freund bist,
versuche sie oder ihn zu überzeugen, sich einer erwachsenen Person
anzuvertrauen. Wie oben (Punkt 2) beschrieben, könnt ihr dann gemeinsam
schauen, welche Massnahmen ergriffen werden müssen.
- Unter www.safersurfing.ch findest Du weitere Informationen und Tipps für einen sicheren Umgang mit dem Internet. - Die Kinder- und Jugendseite der Pro juventute, www.147.ch, bietet neben Telefon-, auch eine Onlineberatung an. - Unter www.tschau.ch findest Du Informationen und Beratungen für Jugendliche, auch zum Thema sexuelle Übergriffe. -
Unter der „Watch your Web“-Seite aus Deutschland findest Du Anleitungen
zu den Einstellungen in verschiedenen Communities:
www.watchyourweb.de
Tipps für ein Treffen mit einer Internetbekanntschaft Du
willst in den Sozialen Netzwerken und in den Chats vielleicht auch neue
Menschen kennenlernen und diese unter Umständen auch im realen Leben
treffen. Diese Treffen bergen aber immer ein Risiko, da nie sicher ist,
wer sich wirklich hinter einer dieser Internetbekanntschaft verbirgt. Wenn
Du noch nicht 16 Jahre alt bist, lass’ die Finger von solchen neuen
Bekanntschaften und kümmere Dich besser um die Freunde und Freundinnen,
die Du schon kennst. Bist Du schon älter, findest Du im Folgenden
Tipps, die Du unbedingt beherzigen solltest wenn Du Deine
Internetbekanntschaft im realen Leben treffen willst:
-
Gehe nur hin und bleibe nur dort, wenn du ein 100% gutes Gefühl hast.
Wenn dir etwas komisch vorkommt, gehe nicht hin bzw. brich das Treffen
ab. - Triff dich mit deinem Chatpartner an einem öffentlichen Ort. -
Es gibt Menschen, die Dir eine Droge ins Getränk schütten, die Dich
wehr- und erinnerungslos werden lässt. Lass dein Getränk nicht aus den
Augen. Trink aus, bevor du auf die Toilette gehst. - Lass dir vor
dem Date die Telefonnummer deines Chatpartners geben und überprüfe sie.
Wenn du ihn nicht erreichst, gehe besser nicht zu dem Treffen. Falls du
SMS oder MMS von ihm erhältst, behalte sie auf deinem Handy. Lass dir
ausserdem seinen Namen und seine Adresse geben. Wenn er das nicht will
oder eine Ausrede vorbringt, sag das Treffen ab. - Teile alle
Informationen über den Chatpartner und das Treffen einer Person mit,
der du vertrauen kannst. Sag dieser Vertrauensperson auch, wann du
wieder zu Hause bist oder sie anrufst. Am besten, du rufst sie eine
Stunde nach dem Treffen an. Wenn du dich nicht wie abgemacht meldest,
ruft deine Vertrauensperson die Polizei an und gibt ihnen alle
Informationen. - Sage deinem Chatpartner, dass du einer anderen Person zur Sicherheit seine Daten weitergegeben hast.
Quelle: Treu, Luise (2009): Sexuelle Gewalt und Belästigung im Chatroom und im Instant Messanger.