Der tägliche Gebrauch des Internets und des Computers gehört für die heutige Jugend zum Alltag. Praktisch alle Jugendlichen nützen das Internet mehrmals pro Woche für Spiele, für kommunikative Aktivitäten wie Chatten oder für Soziale Netzwerke wie Netlog oder Facebook und andere Communites. Das Internet eröffnet für Kinder und Jugendliche eine faszinierende Welt, in der sie sich Wissen aneignen können, mit anderen plaudern, sich selbst darstellen oder einfach nur spielen. Die Faszination des Internet kann aber auch zu einem problematischen Umgang führen, im Extremfall gar zu einer sogenannten Internetsucht.
Schauen Sie hin: Ist mein Kind gefährdet, internetsüchtig zu werden? Machen
Sie sich Sorgen, weil Ihr Kind viel Zeit im Internet verbringt? Wissen
Sie nicht, was heutzutage noch normal ist und ob Ihr Kind bereits
gefährdet ist, süchtig nach Chatten oder Spielen zu sein oder zu werden? Stellen Sie sich – am besten zusammen mit Ihrem Kind- folgende Fragen:
Verbringt Ihr Kind immer mehr Zeit im Internet?
Reagiert es unwirsch, frustriert oder wütend, wenn es nicht am Computer spielen, chatten oder in die Communities darf?
Sind Ihrem Kind die Aktivitäten im Internet wichtiger als die Aktivitäten im «realen» Leben?
Vernachlässigt es seine Freunde und Freundinnen aus der realen Welt und
spricht nur noch von seinen virtuellen Freunden und Freundinnen?
Verlieren die Hobbys und Aktivitäten in der realen Welt immer mehr an Bedeutung?
Nehmen die Leistungen in der Schule oder in der Lehre ab?
Wenn
Sie nur eine der oben gestellten Fragen mit «ja» beantworten müssen,
ist es Zeit, zu reagieren. Kinder und Jugendliche, die mehr und mehr
Zeit im Internet und immer weniger Zeit in der realen Welt mit Freunden
verbringen, haben oft Schwierigkeiten in der realen Welt. Den Problemen
im Alltag wird über virtuelle Aktivitäten aus dem Weg gegangen.
Einsamkeitsgefühle oder sonstige Probleme im Alltag werden durch
Computeraktivitäten verdrängt. Ein Teufelskreis beginnt, denn die
Probleme werden nicht gelöst. Helfen Sie Ihrem Kind, einen Ausweg zu
finden. Interessieren Sie sich für die Aktivitäten Ihres Kindes. Ihr
Kind wird in aller Regel besser Bescheid wissen als Sie im Umgang mit
den neuen Medien. Nehmen Sie dies als Chance und zeigen Sie Interesse.
Lassen Sie sich von Ihrem Kind erklären, welche Spiele es spielt oder
in welchen Communities es Profile von sich hat und warum es diese toll
findet. Ihr Kind soll Ihnen zeigen, welches Profil es beispielsweise
auf Netlog aufgeschaltet hat und mit wem es chattet.
- Setzen Sie Grenzen. Speziell
Kinder und Jugendliche können sich selbst nicht so gut disziplinieren.
Sie müssen Ihrem Kind helfen, mit den virtuellen Aktivitäten sinnvoll
umzugehen. Grenzen setzen ist unumgänglich. Vereinbaren Sie mit Ihrem
Kind, wofür, wann und wie lange es den Computer nutzen darf und sorgen
Sie dafür, dass die Regeln eingehalten werden. Die Nutzungszeiten sind
altersabhängig und müssen in den Kontext realer Freizeitaktivitäten
gesetzt werden.
Beaufsichtigen Sie Ihr Kind. Vertrauen
zwischen Eltern und Kindern ist die Basis einer guten Beziehung. Es
gehört jedoch zur Jugend, Grenzen zu suchen und auch überschreiten zu
wollen. Es ist Ihre Erziehungsaufgabe, Ihr Kind soweit zu
beaufsichtigen, dass es nicht gefährdet wird: Wie im realen Leben auch.
Für den Umgang mit dem Internet heisst das, zu wissen, was Ihr Kind
genau macht. Spielt es altersgerechte Spiele? Wissen Sie, mit wem es
täglich chattet? Hält es die vereinbarten Zeiten ein? Grundsätzlich
gilt, dass ein Computer nicht ins Kinderzimmer gehört und die
Altersangaben bei den Computerspielen ernst genommen werden müssen.
Bieten Sie Ihrem Kind Hilfe an Wenn
Sie das Gefühl haben, dass die Aktivitäten im Internet für Ihr Kind
eine Flucht vor Alltagsproblemen darstellen, müssen Sie Hilfe anbieten.
Gibt es Probleme in der Schule? Ist eine erste Beziehung in die Brüche
gegangen, fühlt es sich überfordert von alltäglichen Aufgaben? Machen
Sie Ihrem Kind klar, dass die Flucht in die virtuelle Welt keine Lösung
ist, dass sich Probleme dadurch nicht lösen lassen.
Befürchten Sie, dass Ihr Kind bereits internetsüchtig ist oder erreichen Sie Ihr
Kind nicht mehr, dann nehmen Sie unbedingt eine professionelle Beratung in
Anspruch! Verschiedene Institutionen können Ihnen und Ihrem Kind helfen, aus den
schädlichen Aktivitäten herauszufinden. Sie finden am Ende des Dokuments
hilfreiche Adressen von Beratungsstellen.
Es kommt immer wieder vor, dass Freunde und Freundinnen eines Kindes kaum
beaufsichtigt sind bei ihren Internetaktivitäten und vielleicht auch deshalb
gerne von Kindern besucht werden, die keinen uneingeschränkten Zugang zum
Internet haben. Viele Eltern geraten dadurch in einen Konflikt, da sie die
Kontakte zwischen den Freunden und Freundinnen zwar begrüssen würden, aber
befürchten, dass sie ihr Kind in anderen Haushalten nicht mehr beaufsichtigen
können. Scheuen Sie das Gespräch in solchen Konstellationen mit anderen
Eltern nicht. Suchen Sie den Kontakt und versuchen Sie, auch anderen Eltern zu
erklären, weshalb ein unkontrollierter Zugang zum Internet problematisch sein
kann. Wenn Ihre Bemühungen nicht fruchten sollten, beschränken Sie die Kontakte
Ihres Kindes mit seinen Freundinnen und Freunden auf Bereiche, die Sie unter
Kontrolle haben.
- Ausführlicherer Test: «Ist mein Kind internetsüchtig?» unter: www.stangl-taller.at - Online-Beratungsstelle aus
Deutschland, die auch anonyme Beratungen anbietet: www.onlinesucht.com -
Umfassende Informationen aus Deutschland zur Computerspielsucht: www.klicksafe.de - Das Selbsthilfezentrum Offene Tür
Zürich bietet Gesprächsgruppen für Betroffene und Angehörige sowie Beratungen
und Therapien rund um die Online-Problematik an, siehe: www.offenetuer-zh.ch - Viele Suchtpräventionsstellen
bieten auch im Bereich Internetsucht Hilfe an. Finden Sie hier die
entsprechenden Organisationen in Ihrem Kanton: www.infoset.ch - Wenden Sie sich auch an die
Schulsozialdienste, die Sie weitervermitteln können. Unter www.schulsozialdienst.ch finden Sie weiterführende
Informationen und Adressen.