Illegaler Markt im Internet Das Internet ist grenzenlos und
scheinbar undurchschaubar komplex. Deshalb meinen Menschen, im Netz
könne man das Gesetz nicht durchsetzen.
Hier sei ja
auch keine Polizeiautorität richtig zuständig. Viele Menschen glauben
zudem irrtümlicherweise, sie seien im Netz anonym, bis sie ihren Namen
oder andere persönliche Daten bekannt geben. Aufgrund dieser Umstände
sind gewisse Personen rascher bereit, im Internet ein Delikt zu
begehen. Aber für die Polizei ist klar: Das Internet darf kein
rechtsfreier Raum sein. Das Web ist heute ein wichtiges
Kommunikationsmittel für alle – wie eine Strasse. Menschen, die sich auf
dieser Datenautobahn aufhalten, sollen ebenso geschützt sein wie in der
realen Welt. Deshalb bekämpft die Polizei Verbrechen im Internet
genauso entschieden wie vor Ort.
Im Internet und über neue Kommunikationsmittel kommt es vermehrt zu
Sexualdelikten gegen Kinder und Jugendliche. Es ist wichtig, dass
diese, aber auch die Erziehungsberechtigten, die Gefahren kennen. Dabei
geht es um folgende Arten von Delikten:
Kinderpornografie im Internet: Im Netz tauschen Personen Kinderpornos.
Kindern und Jugendlichen im Internet Pornografie zugänglich
machen: Überall im Internet wird man mit dem Angebot von Pornografie
konfrontiert. Das Gesetz stellt es aber unter Strafe, Kindern und
Jugendlichen im Schutzalter jede Art von Pornografie zugänglich zu
machen.
Internet als Tatort oder Vorbereitungsinstrument für
Sexualverbrechen an Kindern: In Chats, Blogs und anderen Internet
-Communities können potentielle Täter heute unerkannt Kontakte zu
Opfern zu knüpfen. Dank der Vernetzung mit Handy, Webcam oder
Digitalkamera sind die Grenzen des Persönlichkeitsschutzes schnell
übertreten.
Immer deutlicher wird sichtbar: Auch die Polizei ist gewappnet. Sie
arbeitet heute international vernetzt. Ihre Spezialdienste kennen die
Computerwelt. Sie haben unterdessen grosse Erfahrung im Aufspüren von
Kinderpornografie. Gezielt überwachen sie das Internet und fahnden nach
Tätern, die ein Sexualdelikt an Kindern begehen oder im Internet
vorbereiten. Von Jahr zu Jahr wird der Erfolg der Polizei grösser. Immer
mehr Täter werden gefasst und überführt, um dann die gerechte Strafe zu
erhalten.
Die Kinderpornografie hat dank der raschen Verbreitung des Internets
in den letzten Jahren enorm zugenommen. Das Sexgeschäft mit den Kindern
ist sehr profitabel: Damit wird weltweit ein Umsatz von 20 Milliarden
Dollar pro Jahr erwirtschaftet. Die schrecklichen Machwerke sind umso
teurer, je jünger die kindlichen Opfer, je sadistischer die Handlungen
an diesen Opfern sind. Die Herstellung von Kinderpornos ist dank
technischem Fortschritt einfach geworden. Früher brauchte es teure
Filmausrüstungen und Fotolabors. Der Versand war gefährlich, denn er
erfolgte per Post und über Zollgrenzen hinweg. Der Tausch erfolgte
heimlich - in einschlägig bekannten Szenen. Heute werden
Digitalkameras, E-Mails und neue versteckte Speichermöglichkeiten
benutzt.
In Chatforen kommen Menschen aller Altersgruppen miteinander ins
Gespräch. Sie schenken sich rasch ein ungerechtfertigtes Vertrauen.
Besonders gefährdet sind Kinder. Es gibt Erwachsene, die Kinder suchen,
um mit ihnen einen sexuellen Kontakt aufzubauen. Chat, Telefon, SMS,
Webcam und Handycam dienen ihnen als Kanäle für ihre verbrecherische
Absicht. Manchmal will sich ein Täter sogar mit einem Kind verabreden.
Im Internet kommt es aber noch zu anderen Delikten. Es handelt sich hier
meist um Verletzungen der Persönlichkeitssphäre. Auf Websites und in
Blogs veröffentlichen Jugendliche persönliche Daten und Bilder, auch
solche von anderen Personen. Da diese nicht um Erlaubnis gefragt wurden,
ist schon das Veröffentlichen solcher Daten verboten.
Gemäss unseren Gesetzen dürfen sich Erwachsene Pornos ansehen und sie
auch per Internet beziehen. Doch gewisse Formen der Pornografie sind
auch für Erwachsene verboten. Es sind dies Pornobilder mit Tieren, mit
Ausscheidungen, mit Gewaltszenen und Pornografie mit Kindern.