Wer denkt, im Internet sei keine Polizei anwesend, irrt. Wer sich im Netz auf Kinderpornografie einlässt oder auf andere Weise Sexualdelikte mit Kindern begeht, muss mit seiner Entdeckung rechnen. Cybercops nennt man die Polizisten, welche im Internet auf Patrouille gehen. Sie arbeiten national und in den Kantonen.
Nationale Koordinationsstelle Internet-Kriminalität - KOBIK
Kobik nimmt Meldungen aus der Bevölkerung über vermutliche Verbrechen im Internet entgegen. Die Kobik-Spezialisten sind aber auch selber im Internet präsent.
Bundesamt für Polizei - fedpol
Wenn in einem anderen Land ein Schlag gegen Anbieter von
Kinderpornografie gelingt, erhält fedpol von den ausländischen Behörden
Informationen über Verdächtigte aus der Schweiz.
Die Polizei in den Kantonen
Auch in den Kantonen ermitteln Cybercops. Sie machen die verdächtigten Personen vor Ort ausfindig und unterstützen die Ermittlungen.
Dank modernster technischer Mittel und mit Unterstützung der Provider
in der Schweiz kreist die Polizei Verdächtige ein. Cybercops
identifizieren den Computer eines Straftäters. Sie gehen in
Tauschbörsen oder sind in den Chatrooms anwesend. Dort fahnden sie nach
Personen, die sexuelle Straftaten gegen Kinder und Jugendliche begehen.
Besonders auf Täter, die ein Treffen mit einem Kind suchen, haben sie
ein wachsames Auge. So kam es schon vor, dass am vereinbarten
Treffpunkt nicht das Kind, sondern die Polizei mit Handschellen auf den
Täter wartete.
Manchmal findet die Polizei auf dem Computer eines gefassten
Kinderporno-Konsumenten Daten seiner Tauschpartner: Ihre IP-Adressen,
Kreditkartennummern oder E-Mail-Adressen. Sie bereitet diese Fälle auf
und übergibt sie an die zuständigen Länder und Kantone. Manchmal erhält
sie selber solche Angaben aus dem Ausland. Dank solcher Spuren wird ein
ganzes Netz von Tätern gefasst. Wenn die Polizei sie dann verhaftet,
sind sie völlig überrascht. Doch da die Polizei weltweit Spuren
auswertet, sind solche Erfolge möglich.
Die Polizei in den Kantonen ermittelt mit ihren Fachstellen vor allem
aufgrund von Anzeigen und Hinweisen. Die kantonalen Cybercops arbeiten
mit der übrigen Polizei zusammen, überwachen Hausdurchsuchungen, stellen
Computer sicher und befragen Verdächtigte. Dabei sichern sie
Beweismittel und ermöglichen es dem Gericht, Personen zu verurteilen,
die Kinderpornografie herstellen, verbreiten oder besitzen.