Mehr Schein als Sein...
„Das ist ein bisschen wie in Hollywood:Eine grosse Fassade, aber nichts dahinter.“ Rudolf Kaske
- Versucht Ihr Gegenüber Sie mit Titel, Kleidung, grossem Auto oder Büro zu beeindrucken?
- Erklärt er Ihnen, welche prominenten Freunde er hat?
- Weist er immer wieder darauf hin, wie viel Geld er schon verdient hat?
Autoritäten sind keine Heiligen„Wer eine Menge grosser Worte gebraucht, will nicht informieren sondern imponieren.“ Oskar von MillerWarum sind das Büro eines Vorstandes und sein Schreibtisch immer riesengross? Um zu beeindrucken und Macht zu demonstrieren! Warum fahren Prominente zu Galas immer in grossen, langen Stretchlimousinen vor? Um ihren Status zu beweisen! Warum reden „Experten“ so, dass kein normaler Mensch sie versteht? Um zu zeigen, dass sie die Experten sind! Gemäss Wikipedia ist Autorität im weitesten Sinne eine soziale Positionierung, die einer Institution oder Person zugeschrieben wird und dazu führt, dass sich andere Menschen in ihrem Denken und Handeln nach ihr richten. Sie entsteht (durch Vereinbarungen oder Herrschaftsbeziehungen) in gesellschaftlichen Prozessen (Lehrer/Schüler, Vorgesetzter/Mitarbeiter), durch vorausgehende Erfahrungen von Macht, Fähigkeiten, Wissensvorsprung oder durch religiöse Vorgaben. Wer Autorität hat, bestimmt also, was gemacht wird. Demzufolge wird jeder potenzielle Betrüger versuchen, zumindest Autorität vorzutäuschen. Der Hauptmann von KöpenickIm deutschen Sprachraum ist natürlich die Geschichte vom Hauptmann von Köpenick ein Paradebeispiel für Autoritätshörigkeit. Der arme Schuster, der sich auf dem Trödel eine Hauptmannsuniform zusammenkaufte, dann eine Truppe von Soldaten unter sein Kommando stellte und das Rathaus von Köpenick besetzte. Der Husarenstreich gelang problemlos, was wohl nur dank der Macht der Uniform und dem preussischen Gehorsam der Involvierten möglich war. Dutzende von Personen liessen sich vom Schuster in Hauptmannsuniform narren, der es, entgegen der etwas verklärenden Verfilmung, nicht auf einen neuen Pass, sondern doch etwas unedler auf vermutete zwei Millionen Mark im Tresor des Rathauses abgesehen hatte.Milgram ExperimentDieses wohl bekannteste sozialpsychologische Experiment hat wegen seiner erschreckenden Ergebnisse traurige Berühmtheit erlangt. Ausgeschrieben war eine Untersuchung über den Zusammenhang von Lernerfolg und Bestrafung. Die eigentlichen Versuchspersonen fungierten als „Lehrer“, die „Schüler“ und die Versuchsleiter waren in das Experiment eingeweiht. Der „Lehrer“ wurde vom Versuchsleiter beauftragt, dem „Schüler“ bei falschen Antworten jeweils einen Stromschlag zu geben, welcher bei jeder falschen Antwort um 15 Volt erhöht wurde. Selbstverständlich erhielt der Schüler/ Schauspieler keine Stromschläge, sondern tat nur so. Um es kurz zu machen: Trotz eindringlichen Appellen der „Schüler“ hörten die „Lehrer“ nicht auf, die Stromschläge weiter zu verabreichen, wenn der Versuchsleiter sie dazu aufforderte. Ab 120 Volt fingen die „Schüler“ an zu schreien, ab 150 Volt forderten sie den Abbruch, ab 200 Volt gaben sie „Schreie von sich, die das Blut in den Adern gefrieren liessen“ und ab 300 Volt hörten die „Lehrer“ nur noch Stille. Alle „Lehrer“ gingen bis 300 Volt, was auf der Konsole als „schwerer Schock“ gekennzeichnet war, 62.5 % waren sogar bereit, Stromschläge in Höhe von 450 Volt, welche auf der Konsole mit XXX gekennzeichnet waren, zu verabreichen. Das Experiment wurde unzählige Male mit allen möglichen unterschiedlichen Versuchspersonen gemacht und brachte immer wieder sehr ähnliche Ergebnisse. Um das genaue Experiment und seine Ergebnisse zu lesen klicken sie hier. |
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Die Eule rät
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