Jugend und Gewalt
| Die
Konferenz der kantonalen Justiz- und Polizeidirektorinnen und
-direktoren (KKJPD) verfolgt die Entwicklung der Gewalt von und unter
Jugendlichen seit geraumer Zeit mit grosser Besorgnis. Daher hat sie der
SKP Ende 2006 den Auftrag erteilt, einen Massnahmenplan zum Thema
«Jugend und Gewalt» zu erarbeiten. In Anbetracht der Tatsache, dass bereits ein breit gefächertes Angebot an Präventionsmassnahmen auf kantonaler Ebene besteht (städtische und kantonale Polizeikorps, kantonale Erziehungs- und Sozialdirektionen, private Akteure u.a.) und unter besonderer Berücksichtigung der beschränkten finanziellen und personellen Mittel, die der SKP zur Verfügung stehen, wurde auf eine so genannte «massenmediale Informationskampagne» für die Bevölkerung verzichtet. |
|
|
|
|
- die Unterstützung der Aus- und Weiterbildung der Mitarbeitenden der kantonalen und städtischen Polizeikorps
- die Erarbeitung einer Internet-Plattform mit Auflistung und Kurzbeschrieb aller Präventionsprojekte der kantonalen und städtischen Polizeikorps
- die polizeiinterne Koordination der bestehenden und der geplanten (Präventions-)Massnahmen
- der Erfahrungsaustausch und der Wissenstransfer innerhalb der Polizei, aber auch mit anderen staatlichen und nichtstaatlichen Stellen, Organisationen und Institutionen, mit den Medien sowie mit politischen Entscheidungsträgerinnen und -trägern.
So breit die Palette der von den befragten Stellen initiierten und durchgeführten Massnahmen aber auch ist, es ist nicht Aufgabe der Polizei allein, die Prävention von und unter Jugendlichen anzugehen. Um der Gewalt von Jugendlichen bestimmt entgegentreten zu können, braucht es einerseits ein vertieftes Wissen und Verständnis von Gründen und Motiven von gewalttätigem Verhalten Jugendlicher und andererseits eine enge Zusammenarbeit der Polizei mit anderen staatlichen als auch nichtstaatlichen Stellen.
Trotz der bis anhin zahlreich realisierten Massnahmen bestehen indes noch erhebliche Defizite bei der Präventionsarbeit auf kantonaler als auch kommunaler Ebene:
- Das Wissen um die Wirksamkeit der bestehenden Präventionsmassnahmen ist äusserst lückenhaft.
- Gewaltprävention ist nur ansatzweise in eine umfassende und langfristig angelegte Gesundheitsförderung integriert.
- Präventionsmassnahmen für verschiedenen Altersstufen, Lebensbereiche und Bevölkerungsgruppen sind kaum aufeinander abgestimmt.
- Wenig integrierte Bevölkerungsgruppen werden nur teilweise erreicht.
Gewaltprävention sollte daher nicht als isolierte Aktivität konzipiert und umgesetzt werden und auch nicht ausschliesslich auf die Gewalttätigkeit fokussieren. Für die SKP gehören dazu ebenso die Erziehung von Kindern und Jugendlichen zu Konfliktfähigkeit und zur Gewaltfreiheit.
Weitere Informationen
|